Kennbild Hofansicht Hannoveraner Ausbildungsstall Tranins

Der Hof Waldersee

Eine Fotogalerie mit Impressionen vom Leben auf dem Hof sehen Sie auf der nächsten Seite („Hofimpressionen“).

Namensgeber für den Hof: Springpferd Waldersee

Ein Pferd, das die Herzen eroberte

Dieses Pferd hatte der Himmel geschickt: Waldersee war 5 Jahre alt, schwer krank und galt als nicht mehr reitbar. Niemand wollte ihn haben. So bekamen wir ihn geschenkt. Zu diesem Zeitpunkt Anfang der 1970-er Jahre war nicht abzusehen, welche Entwicklung dieses Pferd einmal nehmen würde.

Auf dem „Heide-Reiterhof“ von Dorrit Tranins in Kästorf bei Gifhorn erholte er sich überraschend gut, so dass ihre Tochter Marina-Mara begann, ihn zu reiten. Seine ersten Turniereinsätze unter der Juniorin ab Kl.A waren anfangs schleppend. Doch irgendwann begann der Wallach Spaß am Springparcours zu haben und entwickelte sich immer weiter bis zur Kl.S ! Zusammen gewannen sie mehrmals die niedersächsischen Landesmeisterschaften und starteten bei Deutschen Meisterschaften. Waldersee war das erste Pferd, das Marina Tranins bis zum internationalen Einsatz fördern konnte. Der Schimmel wurde eines der erfolgreichsten Springpferde der Familie.

  • Foto Pferd Waldersee

    Waldersee 1972

    Der Schimmel noch im dunklen Fell der Jugend mit der jungen Marina-Mara Tranins

Waldersee war nie eine Schönheit. Aber eine ausgeprägte Persönlichkeit. Er war eher klein, ein Muskelpaket mit langem Hals und kurzen Beinen. Doch dies kompensierte er durch viel Ehrgeiz, Geschick und große Springfreude. Letztere zeigte er sogar auf der Weide, indem er über alles sprang, was er als Hindernis finden konnte. Das führte dazu, dass Marina ihn immer höher einsetzen konnte. Damals gab es noch Mindestgewichte, die die zierliche Reiterin nicht erreichte. Deshalb ritt sie auf Turnieren mit Bleidecke. Doch das machte dem kleinen zähen Schimmel gar nichts aus. Er wuchs immer weiter über sich hinaus - er war einfach der ideale passende Partner für Marina Tranins. Sie konnte ihn 10 Jahre lang erfolgreich auf Turnieren einsetzen.

  • Foto Pferd Waldersee

    Waldersee im Parcours

    In seiner unglaublich geschickten Manier schaffte er es bis in die schweren Klassen.
    Er startete sogar bei internationalen Springprüfungen

Doch eines Tages geschah das Unglück: In den frühen 1980-er Jahren gab es noch feste Teile bei den Parcourshindernissen, so z.B. bei festen Mauern, die nur oben zusätzliche Stangen mit Auflagen hatten. Auch gab es Löcher in den Böden der Springplätze, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann. Aus einem dieser Löcher sprang Waldersee unglücklich auf die Kante einer Steinmauer. Die Folge war ein Sehnenriss. Dies konnte man damals bei Pferden noch nicht operieren. An Reiten war nicht mehr zu denken. Doch Waldersee gehörte zur Familie und durfte in „Frührente“ gehen. Er durfte sich auf dem Hof frei nach Lust und Laune bewegen. Stand der LKW zum Beladen für Turniereinsätze mit anderen Pferden bereit, war er der Erste, der erwartungsfroh oben auf der Ladefläche stand. Man musste ihn schon trickreich wieder herunter locken.
So genoss er noch viele Jahre in völliger Selbstbestimmtheit. Waldersee wurde stolze 25 Jahre alt.

  • Foto Pferd Waldersee

    Der ältere Waldersee

    Er war ein Pferd, das Turniere liebte.


Als Namensgeber für den Hof in Wahrenholz bleibt Waldersee für immer unvergessen